Freitag, 25. April 2014

WIKO Rainbow


WIKO Rainbow, braucht man mehr Smartphone?

Es klingt nach einer Kampfansage, ein 5 Zoll großes Smartphone mit 720p Display, QuadCore CPU und 8MP Kamera. WIKO verlangt dafür schlanke 159 Euro. Da gab es doch schon einmal so ein günstiges Angebot oder? Na klar, das Moto G. Aber der Reihe nach, natürlich werde ich die Fakten der beiden Geräte gegen einander stellen. 
(Quelle: www.technoviel.de)

Wie man an der Tabelle sehr schön sieht, liegen Moto G und Rainbow auf Augenhöhe. Es sind Nuancen die letztlich ausschlaggebend für den Kauf sind. Eines sollte man aber genau beachten, während man bei Motorola für knapp 150 Euro nur 8GB bekommt, kann man beim Rainbow die mageren 4GB mittels Micro SD aufrüsten. WIKO garantiert Unterstützung bis 32GB, laut einiger Tester / User sollen aber scheinbar sogar 64GB Micro SD Karten gehen. Das Kapitel Speicher geht schon mal an das Rainbow. Auch das Display des WIKO kann sich absolut sehen lassen. Es ist ausreichend hell und scharf, in Anbetracht des Preises ist das Display sogar sehr gut. Nicht jeder steht auf große Displays, aber wer es mag der dürfte sich eher über die 5 Zoll freuen, als über die 4,5 Zoll des Moto G.
Nominell ist auch in Sachen Kamera das WIKO dem Moto G überlegen, ob das qualitativ auch so ist müssen Tests klären.
Also ein wirklich gutes Angebot, oder? 

Zeit zum auspacken


Anders als bei teureren WIKO Geräten kommt das Rainbow in einer Pappschachtel statt Kunstoff Verpackung. 

Der Verpackungsinhalt ist doch ergiebiger als beim Moto G, beim Rainbow sind neben USB Kabel Modular für die Steckdose und ein Headset mit an bord. Man sollte natürlich nicht zuviel vom Headset erwarten, zum telefonieren langt es aber allemal. Immer im Hinterkopf 159 Euro UVP.



Der erste Eindruck: wow, genial. griffiger Softtouch Kunststoff in einer genialen Farbe. Hochwertig verarbeitet. Es knarzt nix und es liegt sehr gut in der Hand. Sehr nett anzuschauen ist das Ohrhörer Gitter auf der Front in der Farbe des Backcovers. Die Lautstärke Wippe und auch der Ein/Aus Taster haben einen super Druckpunkt und wackeln nicht.


Nach dem Abnehmen der bunten Rückabdeckung, in welcher das Gerät wie in einer Schale liegt, legt man seine SIM und Micro SD ein. Achtung es können nur normale SIM Karten Größen eingelegt werden. Da meine SIM mittlerweile bei Nano Größe angelangt ist habe ich 2 Adapter benutzt, auch das geht. Den 2000mAh Akku einlegen und das Gerät wieder zusammen setzen. 

Und los geht´s...

Überraschung gleich beim Startvorgang, welcher etwas länger dauert, kein Einrichtungsassistent. Mein GMail Konto musste ich im Nachgang einrichten, was aber kein Problem darstellt. Das erste mal strahlt mich nun dieses 5 Zoll HD Display an, zugegeben ich komme vom Samsung Galaxy Note 3 welches ein Full HD Display besitzt. Scharf sind beide Displays und ich tue mich schwer beim Rainbow einzelne Pixel zu sehen. Dazu kommt eine sehr natürliche Farbwiedergabe und eine brauchbare Helligkeit. In geschlossenen Räumen kann man fast schon komplett runter regeln während in der direkten Sonne die volle Helligkeit etwas wenig ist. Man kann zwar noch was erkennen, aber das können andere deutlich besser.
Was allerdings scheinbar völlig in die Hose gegangen ist, ist die automatische Helligkeitsregelung. Diese spielt zuweilen total verrückt. Bemerkbar macht sich das durch ständiges regeln im unteren Helligkeitsbereich. Ob es sich hier um die Hardware oder Software handelt, konnte ich noch nicht raus finden. Ich regele deshalb die Bildschirmhelligkeit manuell.

Am Display Glas, merkt man den Preis recht deutlich, dieses fühlt sich eher wie Kunststoff an. Auch benötigt die Fläche etwas fett, damit der Finger recht angenehm drüber gleitet. Gorilla Glas oder ähnliches suchen wir hier natürlich vergebens, dennoch soll es sich laut Hersteller um ein gehärtetes Glas handeln. Bleibt abzuwarten wie robust es tatsächlich ist.

Die Bedienung läuft flüssig und recht zügig. Immer im Hinterkopf das wir über ein Smartphone der 150 Euro Klasse reden, darf man kein Highend erwarten. 

Beim heruter laden der von mir genutzten Apps, hieß es dann Augen auf. Denn bei 4GB Speicher, von dem 2,3 GB zur Verfügung stehen, sollte man wissen welche Apps man wirklich braucht. Dank Micro SD Slot kann man einige Daten einiger Apps auslagern, das gilt allerdings nicht für alle Apps.
Jedoch muss ich sagen das ich nun ca 60 Apps auf dem Gerät habe, und eine 8GB Micro SD nutze. Auf dem Rainbow sind noch ca 1,2GB frei. Hier sollte man von Zeit zu Zeit auch mal nach Datenmüll ála Cache schauen, denn dieser Müll nagt auch am knappen internen Speicher.

Der rückseitig verbaute Lautsprecher hat mich positiv überrascht, er ist sicher nicht qualitativ der beste jedoch einer der besseren. Er neigt nicht zum verzerren oder scheppern, ist klar und laut genug. Etwas was mir per Kopfhörer negativ aufgefallen ist, die Lautstärke in der Radio App ist schlicht ein Witz. Schon etwas lautere Umgebungsgeräusche reichen und hat das Gefühl nix mehr zu verstehen.
Durch ein bisschen Recherche habe ich herausgefunden das man die maximale Lautstärke mittels Menu oder App erhöhen kann. Ich werde es probieren und berichten.

Bei der Kamera wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Hier wurde eine 8MP Kamera verbaut. Also rein von der Auflösung nicht das schlechteste. Mir war auch klar das bei dem Preis keine Wunder zu erwarten waren, warum man aber mittels Software das Resultat versauen muss ist mir schleierhaft.
Bei den ersten Fotos habe ich mich etwas über Detail arme Bilder gewundert und es auf eine verschmierte Linse geschoben. Irgendwann fiel mein Blick aber in die Exif Daten, und hier fiel mir die extrem starke Kompression auf. Die Bilder wiesen im Schnitt zwischen  600 und 900 KB auf.






Ein gegentest mit der App A better Camera brachte dann die Wahrheit. Hier hatten die Bilder im Schnitt zwischen 2 und 4 MB. Diese Bilder hatte etwas mehr Details zu bieten und sahen insgesamt klarer aus.
Angespornt durch diese Erkenntnis, mache ich gerade einen App Vergleichstest welcher zeigen soll welche App die bessere Alternative zur Stock App ist.
Ergebnisse werde ich hier separat in einem Blog verarbeiten.

Was das GPS angeht so sind einige WIKO User ja wohl etwas gebrandmarkt, denn ältere Mediatek Prozessoren sind in Sachen GPS nicht so dolle gewesen.
Beim Rainbow sah es anfangs ähnlich aus, denn der erste Fix dauerte ungewöhnlich lange. Ca 4 Minuten dauerte der Fix bis ich auf 4 Meter genau geortet wurde. Navigieren sowie Routen Tracking ist kein Problem.



Alles in allem sieht das alles sehr gut aus, aber das alles muss mit Energie versorgt werden, wo wir beim einzig wahren Haken sind. Denn der Mediatek MT6582 ist energiesparend, besonders im Standby. In Benutzung und unter mittlerer Helligkeit sieht das etwas anders aus. Natürlich kommt man mit dem Akku durch den Tag, aber man darf es dann mit der Nutzung nicht übertreiben. Wer die Prozentanzeige des Akkus im Auge behält, der wird feststellen das die Anzeige nicht linear abfällt.
Beim durchschnittlich 10-12 Stunden Akkubetrieb war mein Display 2,5-3h aktiv. W-Lan und 3G sind immer aktiv, GPS sowie ein GMail Konto ebenso.
Wiko hätte hier gerne für etwas mehr Kaufpreis, den Akku etwas größer gestalten können. Da dieser jedoch austauschbar ist, ist auch dieser Punkt verschmerzbar. Hinzu kommt das der Akku recht schnell wieder aufgeladen ist.

FAZIT

Ist das WIKO Rainbow empfehlenswert? Ja, zu einem Preis von knapp 150 Euro bekommt gute Hardware, sauber verarbeitet in schicken Farben. Ich habe den Schritt gewagt von Highend auf dieses Gerät um im Selbstversuch zu sehen wie viel Smartphone braucht man wirklich. Dieses Gerät ist für preisbewusste und Einsteiger ohne bedenken zu empfehlen. 
Ob auch ein verwöhnter Power User mit dem Rainbow auskommen würde? Das Ergebnis meines Selbstversuches werde ich hier in meinem Blog von Zeit zu Zeit veröffentlichen.




Kommentare:

  1. Ich möchte noch in punkto Display hinzufügen das man es schwenken und drehen kann wie man will, es bleibt hell und unverzerrt!

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  2. Das stimmt. Jedoch neigt das Display bei extremen Blickwinkeln zu einem Blaustich, was anhand des Preises jedoch völlig normal ist.

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  3. Nach dem Laden die aktiven Apps anzeigen lassen und die Google Suche beenden, dann hält der Akku länger. Seit einem der letzten Updates saugt die Google Suche unheimlich am Akku. Getestet mit Wiko Barry und Nexus 7. Wenn ich beim Wiko Barry nach dem Laden den Stecker ziehe, erscheint sofort die Google Suche bei den aktiven Apps und verschwindet nicht mehr. Um den Verbrauch mal in zahlen zu fassen. APP aktiv lassen beim Nexus 7 macht 4 bis 5 Prozent vom Akku in fünf Stunden Standby. Ohne aktive Google Suche 4 bis 5 Prozent in 24 Stunden. Hat auch beim Wiko Barry echt geholfen.

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  4. Die Suche beinhaltet aber auch Google Now welches ich nutze somit also logisch das es soweit oben ist.

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